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Ateliertheater Kornspeicher

Ateliertheater Kornspeicher Freiung 15
Im 16. Jahrhundert als Getreidemagazin des Kaufmannshauses
Stadtplatz 46 errichtet, wurde der zweigeschossige Bau ab 1941 nach
einem Umbau von Hilde Döring als Puppenbühne und Kasperlhaus privat geführt. Ab1952 übernahm die Volkshochschule das Gebäude als Kulturheim, die Kaspertheater-Vorstellungen wurden neben dem VHS-Programm aber weitergeführt.: erst vom Linzer Ableger der Salzburger Puppenspiele,
ab 1977 mit eigenen Vorstellungen.

Nach dem Kauf des Freiung-Areals durch die Stadt 1981, folgte 1984 die Beauftragung Karl Odorizzis mit den Umplanungen des denkmalgeschützten Hauses zu einem Werkraumtheater. Dabei schwebte ihm ein „total bespielbarer Raum“ vor, multifunktional, nach Bedarf organisierbar und „nie fertig“. Spiel- und Zuschauerbereich sollten ein vierdimensionales, ständig veränderbares Strukturgerüst bilden – eine prozessuale Architektur, die „weit über die Bauzeit hinausgeht“. Dafür ließ er die Decke entfernen und öffnete den vormals engen Raum zu einem acht Meter hohen Saal. Teils veränderbare Tribünen mit bis zu 120 Zuschauerplätzen eröffneten unterschiedlichste Konstellationen.
Das Haus bildet als ehemaliges Durchhaus mit seinem Hof einen wichtigen Abkürzer zwischen Freiung und Stadtplatz, der bei Veranstaltungen zusätzlich als Foyer genutzt wird. Ein geplanter Durchstich und Abriss scheiterte zum Glück zweimal am Widerstand der Nachbarn.

Quellenangabe:
Stefan Groh & Lorenz Podocnik | Architektur in Wels 1900 -2015 | Verlag Anton Pustet (2016)

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